… zum Beispiel: komische Frisuren (in ernsten Filmen)
Wes Geistes ein Film wirklich ist, entscheidet sich bisweilen tatsächlich erst über den Kopf. Cheyenne – This Must Be the Place bietet so einigen Anlass zur Kritik. Allein, dass der vermutlich an Robert Smith angelehnte Hauptcharakter, der gealterte Rock/Dark-Wave-Star Cheyenne (Sean Penn) in einer Szene vor dem ach so agil gebliebenen David Byrne zu Kreuze kriecht, muss schon skeptisch machen. Schwerer wiegt, dass Autor und Regisseur Paolo Sorrentino den Holocaust zu instrumentalisieren scheint – nur um einer verspäteten Coming-Of-Age-Story vermeintlichen Tiefgang zu verleihen. Letztere ist freilich eine sehr deutsche Perspektive – aus einer anderen ist es durchaus möglich, Sorrentino hier für seinen unkonventionell ins Feld geführten aufklärerischen Impetus Anerkennung zu zollen. Aber dann fallen die Haare – in den letzten Minuten von Cheyenne wird Sean Penns Transformation in einen geschniegelten Vorruheständler mit Bankkaufmannfrisur als Happy End verkauft. Gut, sich aus diesem Anlass zweier älterer Filme zu erinnern, die ihren Helden mit dem Haarschnitt auch die Würde ließen.
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